Artikel: 3 Tipps für eine erfolgreiche Kommunikation im Job

3 Tipps für eine erfolgreiche Kommunikation im Job


Dieser Artikel wurde für das Journal newmonday geschrieben.

In so manch einem Team herrscht ein rauer Gesprächston: keine Zeit für Rücksichtnahme, festgefahrene Muster und Teammitglieder, die jede Besprechung möglichst kurzhalten wollen. Da kann man nichts machen? Bastian Hughes von den Berufsoptimierern zeigt, dass es auch anders geht.
Warum ist es überhaupt wichtig, sich Gedanken über die Art der Kommunikation zu machen? Wenn meine Aufgabe doch darin besteht, Gebäude zu entwerfen oder Projekte zu planen, muss ich mich doch nicht um eine wertschätzende Kommunikation mit meinen Kollegen und Kolleginnen kümmern. Oder: Wertschätzung in der Kommunikation ist doch nur Chef-Sache. Falsch. Denn erstens ist es ein menschliches Grundbedürfnis, Wertschätzung für die eigene Arbeit (von egal wem) zu erfahren. Zweitens führen unerfüllte Bedürfnisse dazu, dass nur Dienst nach Vorschrift gemacht wird und das wiederum macht uns unzufrieden und kostet Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Euro, resümiert das Handelsblatt aus den Ergebnissen einer repräsentativen Studie über Mitarbeiterzufriedenheit.

Das heißt: Es profitieren also nicht nur Vorgesetzte von wertschätzender Kommunikation, sondern alle im Unternehmen – egal in welcher Branche. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass wertschätzende Kommunikation nur dann funktioniert, wenn sie alle anwenden, Chef wie Fachkraft.

Dabei ist es gar nicht so kompliziert, erfolgreich zu kommunizieren, wenn man das Geheimnis hinter erfolgreicher Kommunikation kennt. Wir geben 3 Tipps für eine wertschätzende Kommunikation, die in allen Teams, in jeder Branche und auf jeglichen Hierarchiestufen funktionieren.

Tipp #1: Vorwürfe waren gestern – sende Ich-Botschaften

“Du hast ja keine Ahnung”, “Du hast dir gar keine Mühe gegeben” – solche Sätze lassen wenig Platz für Wertschätzung, weil sie eine ungeprüfte, feste Annahme über den anderen beinhalten; es sind Vorwürfe. Wenn ich jedoch den Satz mit “Ich” anfange, lasse ich meinem Gegenüber die Chance, Stellung zu beziehen und zeige deutlich, dass es sich lediglich um meine subjektive Meinung handelt. Zum Beispiel so: “Wenn Du Dich in dieser Situation so verhältst, frage ich mich, wie ich Dir die Aufgabe noch besser erklären könnte” oder “Ich habe das Gefühl, dass Du bei der Aufgabe nicht ganz bei der Sache warst“. Weniger Vorwurf, mehr Selbstreflektion, aber ich sage trotzdem das gleiche. Auch wenn ein Stück Mut dazu gehört, seine eigenen Gefühle und Gedanken zu äußern, hebt es die Kommunikation auf ein faires und klares Level.

 Tipp #2: Schau genauer hin – Trenne Beobachtungen von Bewertungen 

Du hältst Dich für sachlich und bist davon überzeugt, dass nur die anderen die Fehler machen? Schau mal genauer hin: Ist das eine sachliche Beobachtung oder eine persönliche Bewertung? Eine persönliche Bewertung beinhaltet ein subjektives Wertemuster und voreilige Verallgemeinerungen, die in Deinem Gegenüber den Drang auslösen, sich dagegen zu verteidigen. Anhaltspunkte für eine (versteckte) Bewertung sind die Worte: “immer”, “nie”, “nur” und “man”. Wenn allerdings aus einem “Du kommst immer zu spät” ein “Bei unseren letzten drei Teambesprechungen bist Du 15 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt da gewesen” wird, kann dein Gegenüber viel leichter auf der Sachebene antworten. Du äußerst damit eine von dir gemachte Beobachtung, ohne einen Vorwurf zu machen. Die Bewertung bleibt erst mal außen vor und dennoch bleibt die Botschaft Deines Gesagten erhalten.

Tipp #3: Perspektivwechsel und Empathie

Tipp 1 und 2 hatten mit Dir zu tun. Gehen wir noch ein Level höher: ein Wechsel der Perspektive von Dir zu anderen. Wenn Du mit anderen aneinandergerätst, kann es sehr hilfreich sein sich folgende Frage zu stellen: Was geht in meinem Gegenüber gerade vor sich? Du musst noch nicht mal wirklich wissen, welche Gedanken Dein Gegenüber hat (denn, das kannst Du auch gar nicht wissen), sondern allein die Vorstellung, dass Dein Kollege gerade genauso viel Stress hat wie Du, weil er ebenfalls zum Beispiel unter Zeitdruck steht, kann Dir zu mehr Verständnis und Gelassenheit verhelfen. Im besten Fall sorgt es für ein Gefühl von Zusammenhörigkeit: Ihr sitzt im gleichen Boot. Du wirst merken, dass Du nach diesen Gedanken auch anders kommunizierst. Diese Fähigkeit des Mitfühlens nennt man auch emotionale Intelligenz und steht jedem menschlichen Wesen zur Verfügung – nutze sie! Dass du diesen Skill besitzt, merkst Du zum Beispiel daran, dass wenn dir (womöglich jemand fremdes) gegenüber gähnt, Du auch gähnen musst, obwohl Du gar nicht müde bist. Übrigens: Empathie gehört zu den wichtigsten Schlüsselkompetenzen im Job – für Fachkräfte gleichermaßen wie für Führungskräfte – und ermöglicht Dir in Kombination mit Deinen fachlichen Skills beruflichen Erfolg, findet auch StepStone.

Zusatztipp 

Dich überfordert das Thema wertschätzende Kommunikation? Das ist verständlich, denn häufig ist eine unsanfte Kommunikation Ergebnis langjähriger Praxis und kann nicht von jetzt auf gleich umgekrempelt werden. “Übung macht den Meister oder die Meisterin” heißt es nicht umsonst. Das Ass im Ärmel ist immer noch Ehrlichkeit. Du fühlst Dich gestresst? Du weißt nicht, was Dein Vorgesetzter von Dir will? Du möchtest wertschätzend kommunizieren, aber Du fühlst Dich irgendwie komisch damit? Sag es. Du wirst merken: Sobald Du deinen Ärger aussprichst, wird er direkt kleiner. Finde selbst heraus, wie Deine Kollegen und Kolleginnen darauf reagieren. Dich wird es zu mehr Gelassenheit führen. Viel Freude dabei, wünscht Dir Dein Bastian von den Berufsoptimierern.