Bewerben ohne Berufserfahrung – So geht’s

Du bist fertig mit deiner Ausbildung bzw. deinem Studium und ready für deinen ersten Job nur leider bekommst du auf deine Bewerbungen nur Absagen?

Der Grund, man hat sich für jemanden entschieden, der mehr Berufserfahrung hat.

Na super… Wie sollst du dann den Einstieg schaffen, wenn überall Berufserfahrung gefordert wird? Etwas was du einfach nicht hast und was dir auch kein Seminar oder Training der Welt beschaffen kann.

Wie überzeugst du also dann, wenn du einen Lebenslauf ohne Berufserfahrung hast? Wie bewirbst du dich auf Stellen, wenn dir die relevante Berufserfahrung fehlt?

Genau darum soll es in diesem Artikel gehen:

  1. Wo hast du die besten Chancen für einen Berufseinstieg? – 3 Ideen dazu
  2. Auf welche Formulierungen solltest du in Stellenanzeigen achten
  3. Du hast viel zu bieten – außer Berufserfahrung – Also wie bringst du das, was du zu bieten hast, zum Ausdruck?

Natürlich macht die aktuelle Situation rund um Covid-19 und all die Unsicherheiten, die sie mit sich bringt, den Start ins Berufsleben nicht unbedingt einfacher. Umso wichtiger ist es sich bestmöglichst auf den Berufseinstieg vorzubereiten und sich mit den Chancen und Herangehensweisen in Sachen Jobsuche, sowie den eigenen Skills und Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Darüber hinaus kannst du dir sicher sein, dass gerade eine Menge Menschen ihre Bewerbungsbemühungen gestoppt haben. Nutze deswegen die Gelegenheit, deine Bewerbung jetzt auf den Weg zu bringen um deine Chancen auf einen Berufseinstieg zu erhöhen.

Verliere auf gar keinen Fall den Mut und sei dir sicher, dass du jede Menge vorzuweisen hast, um Unternehmen von dir zu überzeugen. Es ist nur die Frage, wie du das am besten machst und deinen Lebenslauf ohne Berufserfahrung trotzdem glänzen lässt. Und dabei helfen wir dir!

#1: Wo hast du die besten Chancen für einen Berufseinstieg?

Bei der Frage nach dem idealen Einstieg und welches Unternehmen zu dir passt empfehle ich dir heute mal einen Blick über den Tellerrand zu wagen. Also über das hinaus, was du bereits von Karrieremessen an deiner Schule oder Uni kennst, beziehungsweise über das, was in Studienratgebern oder anderen Fachmagazinen steht.

Eines meiner Lieblingsfilmzitate ist aus dem Film „Lucky Number Slevin“: Bruce Willis als Goodkat sagt ganz zu Beginn: A Kansas City Shuffle is when everybody looks right, you go left.

Genau dieses Prinzip solltest du auch bei der Frage berücksichtigen, welche Unternehmen für einen Berufseinstieg interessant sind. Warum nicht mal den Fokus weg von den bekannten Marken und hin zu den weniger bekannten Unternehmen und Branchen lenken. Bitte bedenke außerdem, dass die bekannten Unternehmen Unsummen für Marketing ausgeben, um regelmäßig in Ratgebern oder Fachzeitschriften erwähnt bzw. von Qualifizierungsinstituten ausgezeichnet zu werden. Das ist aber noch lange kein Indikator dafür, ob es sich bei diesen Firmen um einen spannenden Arbeitgeber für dich handelt.

In Deutschland gibt es über 3 Millionen Firmen (Stand 2019, Quelle: Statista). Wäre doch schade sich nur die Unternehmen anzuschauen, die bereits auch alle anderen auf dem Schirm haben, oder?

Genau darum geht es beim „Kansas City Shuffle“.

Während sich alle anderen auf die bekannten und regelmäßig sichtbaren Marken stürzen, recherchierst du, welche Möglichkeiten es gibt, auf die keiner schaut.

Dazu gebe ich dir in diesem Artikel drei Ideen an die Hand:

Idee 1: Die „hidden Champions“

Wenn du in deinen Kleiderschrank guckst, von wie vielen unterschiedlichen Herstellern die Reißverschlüsse deiner Kleidung sind, dann stößt du ziemlich schnell auf eine Marke die sich wiederholt. Nun stell dir doch mal die Frage: Wenn nahezu 80% deiner Kleidung von demselben Reißverschlusshersteller ausgestattet ist – wie groß ist dann bitte dieses Unternehmen?

Genauso funktioniert das Prinzip der „hidden Champions“. Es handelt sich hierbei um Hersteller, deren Produkte in den meisten Dingen um dich herum zu finden sind.

Diese Unternehmen bieten ebenfalls spannende Einstiegsmöglichkeiten. Da diese Firmen allerdings wenig bekannt sind, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass viele Berufseinsteiger diese Unternehmen im Fokus haben. Im Umkehrschluss bedeutet das: Deine Chancen sind viel höher einen tollen Berufseinstieg zu finden.

Idee 2: Die „hidden“ Jobs

Wenn du jetzt allerdings doch den Wunsch hast, den Einstieg in einem der bekannteren Unternehmen zu wählen, dann empfehle ich dir das Prinzip des Kansas City Shuffle auch auf die Jobs anzuwenden. Denn auch hier gibt es Stellen, auf die sich die meisten deiner Wettbewerber bewerben. Meistens handelt es sich um Stellen als Consultant, im Vertrieb, im Marketing oder wenn es um HR geht, um die Bereiche Personalentwicklung oder Recruiting. Diese Stellen fallen sofort ins Auge und für diese Stellen erhalten Firmen auch die meisten Bewerbungen.

Mein Tipp: Traue keiner Stellenanzeige, die du nicht selbst geschrieben hast!

Lass dich bitte nicht von schillernden Job-Titeln blenden. Regelmäßig mache ich die Erfahrung, dass der Job-Titel von dem abweicht, was tatsächlich die Aufgabe bzw. die Anforderung ist. Mein Lieblingsbeispiel sind IT-Jobs und hier die Projektmanager. Häufig ist es nicht erforderlich relevante IT-Erfahrung vorzuweisen, geschweige denn etwas in diesem Bereich studiert zu haben. Daher lohnt es sich auch in Jobs reinzuschauen, die dich im ersten Moment vielleicht nicht ansprechen. Das kostet vielleicht ein wenig mehr Zeit, aber wenn du dann eine Stelle findest, die dich von den Aufgaben her richtig begeistert, fällt es dir auch umso leichter, mit deinen Bewerbungsunterlagen und später im Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Probier es aus! Du wirst überrascht sein von dem Ergebnis.

Idee 3: Gib Zeitarbeit eine Chance

Zeitarbeit!! Niemals – geht dir womöglich gerade durch den Kopf. Aber jetzt mal ehrlich, was weißt du denn wirklich über Zeitarbeit? Hast du zum Beispiel gewusst, dass die meisten Zeitarbeitsunternehmen sehr gute Kontakte in die erfolgreichsten Unternehmen der Bundesrepublik pflegen und dass sie meistens den direkten Draht zum Fachbereich haben? Daher ist die Chance sehr groß, dass deine Bewerbung direkt bei der richtigen Person landet. Außerdem verstehen sich die Mitarbeiter in den Zeitarbeitsfirmen als Vertriebler deines Profils. Das heißt, sie versuchen bereits im Vorfeld den Fachbereich davon zu überzeugen, dass du die richtige Person für den Job bist.

Neben dem Kontakt zu den Unternehmen ist aber der größte Vorteil an der Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsfirmen der sogenannte Klebeeffekt. Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter, die über Zeitarbeit an das Kundenunternehmen entliehen werden, häufig nach Ablauf der vereinbarten Zeit vom Kundenunternehmen in direkter Festanstellung übernommen werden.

Und auch hier funktioniert der Kansas City Shuffle, denn was denkst du, wie viele Menschen diese Möglichkeit des Berufseinstieges überhaupt in Erwägung ziehen?

Zu Beginn deiner Karriere geht es darum Berufserfahrung zu sammeln. Warum also nicht mal etwas anderes ausprobieren. Und wer sagt denn, dass du dich später nicht doch bei deinem Traumarbeitgeber bewerben kannst. Allerdings hast du dann schon wertvolle Berufserfahrung vorzuweisen und hast zudem nicht unnötig Zeit zwischen deinem Abschluss und deinem ersten Job vergeudet, sondern konntest eventuell sogar relativ schnell erste Erfahrungen sammeln.

#2: Auf welche Formulierungen solltest du in Stellenanzeigen achten

Bevor wir darüber sprechen, wie du in deiner Bewerbung und später im Vorstellungsgespräch überzeugst, lass uns einen kurzen Blick auf die Formulierungen in den Stellenanzeigen werfen.

Zu allererst solltest du wissen, dass die meisten Stellenausschreibungen nach dem gleichen Schema, nämlich von wichtig zu unwichtig, aufgebaut sind. Meistens beginnen die Anforderungen mit einem abgeschlossenen Studium oder eine Ausbildung, dann folgt die Berufserfahrung und danach wird nach besonderen Kenntnissen oder Fähigkeiten gefragt. Das bedeutet, es geht nicht darum, alle Punkte in der Stelle zu erfüllen. Häufig reicht es schon, wenn du Kompetenzen in den ersten drei Punkten nachweisen kannst.

Dann ist es nicht immer zwingend erforderlich, relevante Berufserfahrung vorzuweisen. Achte deswegen genau auf die Formulierung. Denn wenn in der Ausschreibung so etwas steht wie „Berufserfahrung im Bereich Projektmanagement ist wünschenswert“ oder „von Vorteil“, dann mag das vielleicht einen Vorteil bringen, wenn du über die Erfahrung verfügst, sie ist aber für die Stelle nicht zwingend erforderlich.

Du fragst dich jetzt vielleicht: Wenn es aber doch dort geschrieben steht und nicht wichtig ist, warum lässt man es dann nicht einfach weg? Nun, das liegt daran, dass Unternehmen mit ihren Stellenanzeigen versuchen eine Vielzahl von Bewerbern zu adressieren und vermeiden wollen, das sie ohne diese „Weichmacher“ Bewerber abschrecken, die nicht über die genannte Anforderung verfügen. In diesem Fall passt dann auch jemand mit oder ohne Berufserfahrung auf die ausgeschriebene Stelle.

Mein Tipp: Prüfe deswegen genau, wie wichtig diese Anforderung ist und wenn du dir unsicher bist, dann kannst du entweder zum Hörer greifen und nachfragen oder du springst ins kalte Wasser, bewirbst dich und schaust was dabei rauskommt. Verrückt! Zeitverschwendung! Denkst du jetzt vielleicht. Eine alte Vertriebsweisheit besagt: „Ein Nein hast du schon sicher!“ oder in diesem Fall: Die Chance eine Absage zu erhalten ist genauso hoch, wie die Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Daher trau dich es auszuprobieren.

Wie geht es jetzt mit deiner Bewerbung weiter?

Die Vorbereitung einer Bewerbung macht 80 % deines Bewerbungserfolges aus. Damit deine Bewerbung also ein Erfolg wird, solltest du dir zuvor drei einfache Fragen stellen:

1. Frage: Warum bewerbe ich mich überhaupt?

Wenn ich als Personaler eine Bewerbung erhalte oder einen Lebenslauf ohne Berufserfahrung sehe, ihn prüfe und dann dann feststelle, dass die Person überhaupt nicht auf die Stelle passt, dann erhält diese Person eine Absage. Allerdings hat sich die Person ja auf die Stelle beworben, weil sie davon überzeugt ist, auf die Stelle zu passen. Selten kommt es jedoch vor, dass der Personaler zum Hörer greift oder dir eine E-Mail sendet und dich noch mal darum bittet, konkret zu erläutern, was dich für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.

Was ist also schief gelaufen?

Das, was den meisten Menschen passiert, wenn sie sich bewerben. Sie versäumen hervorzuheben, warum sie für diesen Job geeignet sind. Entweder gleich zu Beginn mittels eines Musteranschreibens, was bereits an viele andere Firmen gesendet wurde oder wegen eines Lebenslaufes, der nicht für die Stelle optimiert wurde. Nämlich nur das wiederspiegelt, was die meisten Menschen über einen Lebenslauf denken und zwar, dass es sich um eine Dokumentation des beruflichen Werdegangs handelt.

Daher gilt: Mach es dem Leser so einfach wie möglich! Und erstelle individuelle Bewerbungsunterlagen. Eine Bewerbung für alle ist sonst eine Bewerbung für niemanden.

Beide Dokumente sind wichtig und sollten dem Leser mit Leichtigkeit zeigen, dass du den Job kannst. Denn nur darum geht es bei deiner Bewerbung. In der Stelle steht was gesucht wird. Was du also mit deiner Bewerbung ausdrücken musst, ist zu sagen: Ich kann das alles (was in eurer Stelle steht) auf Grund meiner Stärken, Kompetenzen und Fähigkeiten.

2. Frage: Was hast du an Stelle der fehlenden Erfahrung zu bieten?

Da sind zunächst einmal deine Qualifikationen. Dazu kann deine Ausbildung oder dein Studium zählen aber auch Weiterbildungen oder Seminare, die du besucht hast und die für diese Stelle von Relevanz sein können.

Praktika, Werksstudententätigkeiten oder Aushilfsjobs erkennen viele Personaler zwar nicht als Berufserfahrung an, dennoch sind es Erfahrungen, in denen du wichtige Kompetenzen oder Fähigkeiten erworben oder vertieft hast, die dich für die Stelle qualifizieren. Beispielsweise hast du im Rahmen einer Projektarbeit während deines Studiums bewiesen, dass du die dafür anfallenden Aufgaben sehr gut mit deinem Team strukturieren konntest und die dir gestellten Aufgaben immer zu den vereinbarten Deadlines geliefert hast. Die Qualität deiner Arbeit hat sich dann in Form einer guten Note wiedergespiegelt.

Frage dich jetzt: Welche Stärken lassen sich aus diesem Beispiel ableiten? Wie wäre es mit Teamfähigkeit, organisatorischem Geschick und eventuell analytischem Denken? Kompetenzen die nahezu in jeder Stelle gefragt sind.

Wenn du eine Anleitung suchst, wie du weitere Beispiele finden kannst, dann schau auf jeden Fall in den Artikel „Authentisch im Vorstellungesgespräch“ rein.

Um die ersten beiden Fragen noch ein wenig mehr in eine Struktur zu bringen, kann dir meine Methode, die Drei-Spalten-Matrix helfen. Nutze dieses Tool allerdings nur dann, wenn du dir absolut sicher bist, dass du dich auf eine Stelle bewerben möchtest denn diese Methode ist sehr zeitaufwändig und sollte nur bei den Jobs oder Firmen verwendet werden, die dich wirklich interessieren.

Um die Methode anschaulicher darzustellen, habe ich hier ein Beispiel für dich.

Es geht um eine Stelle als Berufseinsteiger*in im Vertrieb.

Schritt 1: Der Inhalt der Stelle

Erstelle dir zunächst eine Tabelle mit drei Spalten. Die linke Spalte trägt die Überschrift „Stelle“. Jetzt fügst du hier die Inhalte der Stellenausschreibung ein und zwar getrennt nach Aufgaben und Anforderungen und idealerweise Bulletpoint für Bulletpoint.

In diesem Fall lautet eine der Anforderungen: Starke Erfolgs- und Ergebnisorientierung sowie Problem- und Konfliktlösungskompetenz.

Schritt 2: Was verstehst du von dem Job-Angebot

Die zweite Spalte erhält die Überschrift „Was meinen die damit? / Was verstehe ich darunter?“. Gehe jetzt jeden einzelnen Punkt der Stellenausschreibung durch und stelle dir genau diese beiden Fragen.

In unserem konkreten Beispiel kannst du dich nun fragen warum diese Kompetenzen für die Stelle wichtig sind. Musst du vielleicht bestimmte Verkaufsziele erreichen oder hast du viel mit Kunden zu tun und musst daher fähig sein, schnell Lösungen präsentieren zu können.

Lass deiner Kreativität freien Lauf, bilde Annahmen und recherchiere was genau hinter diesen Punkten stecken könnte. Das hilft dir, das Job-Angebot genau zu durchdringen und nach und nach wirklich ein Verständnis dafür zu erhalten, worum es gehen könnte. Formuliere gerne auch Fragen, die du in einem persönlichen Gespräch stellen würdest. Damit hast du auch schon einige Fragen vorbereitet, die du später im Vorstellungsgespräch stellen kannst.

Schritt 3: Das ist dein Mehrwert

In die dritte Spalte schreibst du nun „Was habe ich (stattdessen) zu bieten“. Jetzt überlegst du dir auch hier wieder Punkt für Punkt welche Kompetenzen, Erfahrungen oder Qualifikationen du für den Job bereits an Board hast beziehungsweise, was du stattdessen zu bieten hast. Schau dabei nicht nur auf Erfahrungen, die du in Praktika gemacht hast, sondern auch auf private Themen. Bist du Trainer*in einer Fußballmannschaft, bist du verantwortlich für die Organisation der Veranstaltungen deines Karneval- oder Schützenvereins, hältst du regelmäßig Vorträge in deinem Interessensverband? All das ist ein Nachweis von Kompetenzen.

Im konkreten Beispiel kann das bedeuten, dass du in deinem Hobby als Fussballtrainer*in fähig bist, zu motivieren. Im Team hast du bereits viele Konflikte lösen können und natürlich bist du daran interessiert, das Spiel zu gewinnen. Also alles Fähigkeiten, die du für den Job bereits mitbringst.

Trau dich all das in der dritten Spalte festzuhalten.

Jetzt hast du für dich erarbeitet, was dich für die Stelle qualifiziert und wenn etwas fehlen sollte, was du stattdessen deinem zukünftigen Arbeitgeber bieten kannst. Machen wir weiter mit der letzten Frage, die du dir im Rahmen deiner Vorbereitung stellen solltest.

3. Frage: Was motiviert mich an dieser Stelle oder an dem Unternehmen?

Wenn ich mich mit Personalerkolleg*innen austausche, dann klagen die meisten darüber, dass die wenigsten Bewerber sich konkret Gedanken gemacht haben, was sie an der Stelle oder an dem Unternehmen interessiert. Dabei geht es nicht um Bauchpinselei und das Unternehmen für seine Internationalität und seine tollen Weiterbildungsangebote zu loben. Nein! Es geht darum, dass du dir wirklich darüber im Klaren bist, was dich interessiert. Warum ist das wichtig? Es ist deine Motivation die sich aus dieser Aussage ergibt und nenne mir ein Unternehmen, dass nicht auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern ist.

Jetzt kannst du nicht wissen, wie der Alltag im Projektmanagement oder im Controlling aussieht, weil du vielleicht noch nie in dieser Funktion gearbeitet hast. Möglicherweise hast du aber eine hohe Affinität zu Zahlen und wünscht dir, diese besondere Fähigkeit gerne im Berufsalltag zu vertiefen. Deswegen suchst du zum Einstieg eine Position als Controller*in oder im Bereich der Buchhaltung. Das Unternehmen bietet dir diese Möglichkeit und genau deswegen hast du dich beworben.

Interessieren dich Themen wie Nachhaltigkeit, Technik oder Biologie? Dann ist das der Grund, weshalb du dich bei dieser Firma beworben hast, weil sie solche Produkte herstellen oder Services anbieten.

So bringst du nun alles zu Papier:

Wenn du ein Anschreiben erstellst, geht es zu aller erst darum, Interesse zu wecken und den Leser dazu zu motivieren, sich weiter mit deiner Bewerbung zu beschäftigen. Das gleiche gilt übrigens auch für den Lebenslauf, auf den Lebenslauf ohne Berufserfahrung!

#3: Du hast viel zu bieten – außer Berufserfahrung – Also wie bringst du das, was du zu bieten hast, zum Ausdruck?

Jetzt bringen wir all die Punkte zu Papier, die du zuvor mit Hilfe der drei Fragen erarbeitet hast.

Schritt 1: Beantworte deinem Gegenüber die Frage: Was habt ihr von mir?

Wähle einen Einstieg, der dem Leser sofort signalisiert, dass du den Job kannst. Ein Beispiel: In der Stelle wird nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften sowie erste Berufserfahrung im Projektmanagement sowie organisatorischen und analytischen Fähigkeiten gefragt. Wie wäre es dann mit folgendem Einstieg:

„Sehr geehrte X,

mit einem erfolgreich abgeschlossenen Studium der Wirtschaftswissenschaften sowie erster Praxiserfahrung im Bereich Projektmanagement und hervorragenden analytischen und organisatorischen Fähigkeiten bewerbe ich mich in ihrem Hause.“

Ja, der Satz ist nicht sonderlich sexy und es steht dir frei eine andere Formulierung zu wählen. Jedoch greift dieser Satz die wichtigsten geforderten Punkte in der Stelle auf und der Leser kann hier schon mal einen Haken machen.

Im nächsten Absatz beschreibst du deine Erfahrungen mittels Beispielen und nimmst Bezug zu den Aufgaben. Wichtig ist hier zu signalisieren, dass du bereits vergleichbare Erfahrungen sammeln und du hier diverse Fähigkeiten einbringen konntest.

Der Clou: Du erwähnst Aufgaben die ähnlich dem sein könnten, was in der Stelle gefordert wird und lieferst direkt einen Beleg zu deinen Kompetenzen. Diese Punkte hast du bereits mit Hilfe der Drei- Spalten-Matrix erarbeitet. Es geht jetzt darum die Punkte aus der dritten Spalte „Was habe ich (stattdessen) zu bieten“, zu Papier zu bringen. So machst du aus deinem Anschreiben und vorallem aus deinem Lebenslauf ohne Berufserfahrung, eine Bewerbung voller Fähigkeiten, die zur Stelle passen.

Der zweite Teil des Anschreibens beschäftigt sich mit deiner Motivation.

Schritt 2: Beantworte deinem Gegenüber die Frage: Warum bewerbe ich mich bei euch?

Jetzt beschreibst du, was dich an der Stelle oder dem Unternehmen interessiert und warum du hier die ersten Schritte deiner beruflichen Erfahrungen gehen möchtest.

Deine Bewerbung schließt du ab mit Infos zu deiner Gehaltsvorstellung sowie deines frühestmöglichen Starttermins und einer Grußformel.

Fertig!

Sei dir einfach darüber bewusst, dass es im gesamten Bewerbungsprozess immer auf zwei zentrale Bestandteile hinausläuft:

MEHRWERT UND MOTIVATION.

Wenn du argumentieren kannst, was dein zukünftiger Arbeitgeber davon hat, dich einzuladen und später einzustellen und du ihm gleichzeitig signalisierst, dass du dich ebenfalls für ihn beziehungsweise für die Stelle interessierst, dann kannst du dir deines Erfolges schon sicher sein.

Übrigens, die Vorbereitung hört nicht beim Versand deiner Unterlagen auf. Alles was du im Rahmen deiner Bewerbung vorbereitet hast, hilft dir im Vorstellungsgespräch, die richtigen Argumente zu finden, um von dir und deinen Kompetenzen zu überzeugen.

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Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Bewerbung und alles Gute für deine berufliche Zukunft.